Posted on Artesian Bar, London

Tata! Das Mook Culinary Research Team hat eine neue Lieblingshotelbar in London. Die Artesian Bar im ehrwürdigen Langham Hotel ist aber auch wirklich ein reizendes Kleinod. Die 2007 eröffnete Bar wurde vom „Drinks International Magazin“ zur „The World’s Best Bar“ gewählt. Verantwortlich für das stilvolle Interior Design der Artesian Bar ist mal wieder unser alter Bekannter David Collins. Erhalten haben wir diesen exzellenten Tipp  übrigens von unserem Kollegen und London-Experten Herrn Armin Schröcker, dem ehemaligen Hoteldirektor des Frankfurter Hofs. Herr Schröcker war, bevor er die Aufgabe im Frankfurter Hof übernahm, sechs Jahre lang Hoteldirektor im Langham Hotel.

Hier sehen wir das imposante Entrée des Langham.

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Als das Langham 1865 erstmalig seine Pforten öffnete, war es nicht nur das größte, sondern auch das modernste Hotel der ganzen Stadt. Unter anderem war es das erste Hotel mit hydraulischen Aufzügen. Auch gilt das 5 Sterne Haus schon immer als eines der bevorzugten Hotels der königlichen Familie.

Was für ein majestätischer Monolith.

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Beim Interior Design der Artesian Bar wurden geschickt viktorianische Zitate mit asiatischen Elementen vermischt. Designer und Evil Mastermind David Collins nennt diesen kuriosen Eklektizismus: Chinese Chippendale-Style. Die eigentliche Bar ist im Stil einer traditionellen Song-Pagode gestaltet und über und über mit diversen Gefäßen, Artefakten und skurrilem Nippes dekoriert. Neben antiken Soda-Siphons, Kalebassen, Erlenmeyerkolben, Amphoren und aufwendig ziselierten Cachaça-Stößeln glauben wir sogar ein historisches Ziborium zu entdecken. Auch so drollige Devotionalien wie Schrumpfköpfe,  La Catrina-Schädel und ein Spartaner-Helm dienen David Collins zur Dekoration der Pagode. Eine echte Adventure-Bar, die man sich auch gut im Travellers Club oder dem Reform Club von Phileas Foggs vorstellen könnte.

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The Woman! An der Artesian Bar des Langham dürfen sich Damen noch wie Irene Adler fühlen. Hat im Langham nicht auch Sherlock Holmes im „A Scandal in Bohemia“ ermittelt? Fans von Sir Arthur Ignatius Conan Doyle werden um sachdienliche Hinweise gebeten: info@mook-group.de

Müßig zu erwähnen, dass der Cosmopolitan natürlich handwerklich perfekt ausgeführt wurde.

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In der nächsten Runde bestellen wir eine Bespoke-Kreation mit Gin. Die im Strainer befindlichen Wacholderbeeren tauchen übrigens nicht in die Flüssigkeit ein, sondern dienen lediglich der olfaktorischen Stimulation. Der köstliche Cocktail erfüllt zügig und ordnungsgemäß seine Aufgabe. Wir beginnen zu plaudern und erinnern uns plötzlich an Chicago. Dort mussten wir einmal während des Essens einen Rosmarinzweig unter unsere Nase halten. Wir müssen lachen, sind glücklich und stellen fest, dass unsere Recherchen nicht immer nur von tristem Mühsal geprägt sind.

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Der Barkeeper bemerkt unsere ausgelassene Stimmung und empfiehlt uns seine Version des „Sex on the Beach“. Natürlich beugen wir uns dem Rat des Fachmanns. Ein gute Idee, wie sich unverzüglich herausstellte, obwohl „Sex on the Beach“ nicht unbedingt zu unseren bevorzugten Cocktails gehört. Die Dekoration besteht übrigens aus einer halbierten Maracuja, Minze und silbernen Liebesperlen.  Apropos „Sex on the Beach“, der legendäre Sternekoch Alvin Leung serviert seinen Gästen eine essbare Version des „Sex on the Beach“-Cocktails. Das bezaubernde Gericht sieht tatsächlich aus wie ein benutztes und am Strand zurückgelassenes Kondom. Die weiße Flüssigkeit im Reservoir des Präservativs wird vom Kellner sogar beim Servieren als Chef`s Spezialsauce annonciert. Wer mehr über Alvin Leung und seine gewagten Kreationen erfahren möchte, findet eine sehr aufschlussreiche Reportage hier auf unserem Mook Blog unter der Rubrik „to eat“.

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Was für ein wunderschöner Anblick. Als wir die Bar um 18.30 betreten, ist praktisch jeder Platz besetzt. In London herrscht eine völlig andere Barkultur als in Deutschland. Auch das MCRT kann es sich nicht vorstellen essen zu gehen, ohne vorher ein wenig an einer Bar vorzuglühen. Nun aber genug geplaudert. Wir haben schließlich noch eine Dinner-Reservierung im „Les Trois Garcons“.

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