Posted on BOOM BOOM ROOM @ Standard Hotel

Spätestens seit der brutalen Fahrstuhlattacke von Solange Knowels auf ihren Schwager Jay Z kennt jeder das Standard Hotel in NYC. Man sollte sich aber durch solch vulgären Gossip nicht täuschen lassen. Das Standard Hotel ist tatsächlich sehr angesagt und der dazugehörige Boom Boom Room ist seit seiner Eröffnung ohnehin der beliebteste Hangout der gesamten Mook Redaktion. Wir haben vor einiger Zeit auch schon einmal sehr oberflächlich über den Boom Boom Room berichtet. Nach dem peinlichen PR-Gau scheint uns allerdings die Zeit gekommen, eine Lanze zu brechen und dieses ganz spezielle Kleinod etwas genauer unter das gestrenge Mookular zu nehmen.

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Der Aufzug im Standard Hotel sollte eigentlich für etwas völlig anderes berühmt sein. Der renommierte Regisseur und Videokünstler Marco Brambilla wurde vom Hoteleigentümer André Balazs persönlich gebeten, den Aufzug mit einer seiner furiosen Videocollagen auszustatten. Die äußerst gelungene Videoinstallation begleitet die staunenden Aufzugspassagiere von der Hölle in den Himmel. Eine sehr offensichtliche Allegorie, die wir hier sicherlich nicht ausführlich besprechen müssen. Marco Brambilla drehte in seiner aktiven Zeit als Regisseur schon Blockbuster mit Benicio del Toro, Christopher Walken und Sylvester Stallon. Heute widmet sich der visuelle Konzeptkünstler allerdings mehr den schönen Künsten und der kommerziellen Werbung. Der legendäre Pepsi-Spot zum 25sten Jubiläum von Micheal Jacksons Bad Video stammt beispielsweise aus dem kreativen Thing Tank der Brambilla Studios. Nun aber genug parliert. Bilder sagen einfach mehr als tausend Worte. Just klick it..

Das unglaublich stimmungsvolle Interior-Design stammt aus der virtuosen Feder des legendären Designerpaars Robin Standefer und Stephen Alesch. Das talentierte Designer-Pärchen ist unter anderem auch verantwortlich für das Breslin Restaurant und das Ace Hotel. Wer mehr über das unglaubliche Œuvre des begnadeten Duos erfahren möchte, sollte sich unbedingt einmal unseren Mook Bericht über die Kingside Brasserie durchlesen. Einfach in unser Suchfeld den Begriff „Kingside“ eingeben.

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Im Boom Boom Room stimmt ausnahmsweise einmal wirklich alles: Der phantastische Blick über den Hudson, das perfekte Ambiente und die illustre Gästeschar. Die Barkeeper tragen lässige Menjou-Bärtchen und strahlend weiße Jacketts mit güldenen Epauletten. Die wunderschönen Mannequin-Kellnerinnen sind vornehmlich mit hochhackigen Manolo Blahniks bereift und balancieren ihre üppig gefüllten Tabletts mit der burlesken Grazie professioneller Äquilibristinnen. Eine coole Jazz-Combo spielt dazu Klassiker von Dave Bruback und Tommy Dorsey. Man hat ständig das Gefühl, Tony Randall und Lauren Bacall müssten jeden Moment um die Ecke stolzieren. Die Mook Redaktion empfiehlt rechtzeitig Tisch 21 oder 22 zu reservieren.

Boom Boom

Blick durch das Martini-Eye.

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Hier sehen wir Herrn Ladjimi beim Applizieren seines ersten Martini Cocktails.

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Die Martini Cocktails verrichten ordnungsgemäß ihre Aufgabe. Jetzt erst mal eine spannende Lektüre inhalieren. Was könnte es nun auch Schöneres geben? Manchmal sind unsere Recherchen halt doch nicht so mühselig, wie Ihr immer glaubt.

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Noch ein kleiner Tipp der Mook Redaktion: Falls Du nicht zufällig Ryan Gosling oder Kate Upton sein solltest, empfiehlt es sich im Boom Boom Room eher Smart casual zu tragen. Auch sollte man wissen, dass True-Religion-Jeans und lustig bestickte Hemden von „La Martina“ definitiv nicht unter diese Kategorie fallen. Die gestrengen Bouncer tragen vornehmlich Slim-Fit-Suits von Tom Ford und sind in dieser Hinsicht wenig dialogfreudig.

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Der Blick aus dem Hotelfenster während der Blue Hour ist wirklich atemberaubend.

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Noch ein pikantes Detail. Die bodentief verglasten Hotelzimmerfenster im Standard Hotel sind nicht verspiegelt. Wenn der Hotelgast es wünscht, kann er die Gardinen öffnen und den staunenden Besuchern der High-Line seine Performance präsentieren. Man munkelt, dass sich mittlerweile eine wahrhaft symbiotische Beziehung zwischen Exhibitionisten und Voyeuren gebildet hat. Prüde Presbyterianer und schinante Suffragetten sollten es deshalb tunlichst vermeiden, zu später Stunde einen Blick auf die Glasfassade des Standard Hotels zu werfen. Es könnte dort durchaus zu frivolen Handlungen kommen.

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Hier sehen wir eine der sehr speziellen Nasszellen des Standard Hotels. Aufmerksame Mook-Magazin-Leser werden sicherlich sofort die Kacheln erkennen.

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Das Standard Hotel markiert auch den Anfang der High-Line. Die High-Line ist eine über ca. 2,5 Kilometer erhaltene, aber nicht mehr als solche genutzte Hochbahntrasse in der Lower-West-Side. Anfang 2007 wurde begonnen, die  Trasse in eine wunderschöne Parkanlage umzubauen. Der erste Abschnitt wurde 2009 der Öffentlichkeit übergeben. Man sollte unbedingt einmal einen Spaziergang durch diesen skurrilen Park wagen. Man wird mit spannender Architektur und vielen witzigen Einfällen belohnt. Im Hintergrund erkennt man beispielsweise den legendären Flagship-Store von Diane von Fürstenberg mit seiner imposanten prismatischen Lichtkuppel. Das beeindruckende Gebäude beherbergt übrigens auch die liebevoll kuratierte Kunstsammlung der Fürstenbergs. Hier hängt beispielsweise auch das weltberühmte Warhol Gemälde von DVF.

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