Posted on Chotto Matte, London

Es ist wirklich sehr erstaunlich, noch vor ein paar Jahren konnten nur einige wenige Foodies etwas mit dem Begriff Nikkei Cuisine anfangen. Mittlerweile ist der erstaunliche Fusion-Trend wirklich in aller Munde und ständig öffnen neue peruanisch-japanische Hybrid-Formeln in den Metropolen dieser Welt ihre Pforten. Nikkei Cusine ist aktuell der heißeste Food-Trend der Welt. Jetzt reiht sich noch ein besonders spannender Vertreter dieser kulinarischen Gattung in diese faszinierende Phalanx ein. Das nagelneue „Chotto-Matte“ in Soho ist das Brainchild des legendären Nobu Europa-Pioniers Kurt Zdesar.  Unter seiner geschickten Leitung wurde schon das Nobu Outlet in London zur umsatzstärksten Matsuhisa Filiale pro Quadratmeter. Auch ist Mister Zdesar verantwortlich für das ultra erfolgreiche Dim Sum Multiple „Ping Pong“. Kein Wunder also, dass die gesamte kulinarische Community schon seit Monaten gebannt der Chotto-Matte Eröffnung entgegenfiebert. Nun war es endlich soweit und das Mook Culinary Research Team konnte durch gute Verbindungen einen der ersten heiß begehrten Tische für Euch ergattern. Folgt uns nun ins Herz der Dunkelheit.

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Durch renommierte Guerilla- und Street-Art-Künstler wie Pegasus, Bambi und Banksy genießt die Graffiti-Bewegung im vereinigten Königreich einen ganz besonderen Stellenwert. Die großformatigen Graffiti-Murals im Chotto-Matte stammen vom legendären Inkfetish und Street-Art-Guru Tom Blackford und sind offensichtlich inspiriert von der kunterbunten Neon-Welt des Shibuya-Distrikts. Das längliche Format und der sehr expressive Duktus erinnern hingegen sofort an die spektakulären „Wholetrain“-Arbeiten von Seen und seiner legendären UA-Crew. Interessant ist, dass auch schon andere Nikkei-Konzepte mit Graffiti-Künstlern geflirtet haben. Fleißige Art-Basel-Besucher werden sich beispielsweise noch lebhaft an die Sushisamba „Graffiti gone Global“ Kooperation in Miami erinnern.

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Vorgeglüht wird natürlich standesgemäß mit einem Pisco Sour. Pisco, der mystische Anden-Trester, wurde übrigens nach der Stadt Pisco benannt und gilt als das Nationalgetränk Perus. Der legendäre Pisco Sour  Cocktail besteht aus drei Teilen Pisco und je einem Teil Limettensaft, Eiklar und Zuckersirup. Wahre Kenner fügen der Mixtur noch gerne einen Tropfen Angostura und eine Messerspitze Zimt hinzu. Aber das wussten eifrige Mook Magazin Leser ja schon lange.

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Im Untergeschoss verbreiten die informellen Blaulicht-Malereien von Houxo Que ein psychedelisches 70er Jahre Feeling. Verantwortlich für die Innenarchitektur des „Chotto-Matte“ ist übrigens niemand geringerer als Andy Martin. Mister Martin war unter anderem auch schon zuständig für das Interior-Design unserer Lieblings-Tapas-Bar Barrafina.

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Ob alle Köche wirklich waschechte Nipo-Peruanos sind?

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Ein weiteres Highlight im Chotto-Matte ist sicherlich die offene Show-Küche mit dem imposanten Parrilla-Grill.

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Parilla? Robata? Who can tell the difference?

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Nun aber genug parliert. Mögen die Spiele beginnen. Als ersten Gang serviert uns der gute Kurt leere Mini-Tacos zum selber befüllen. Zur Auswahl stehen drei verschieden Fillings: Spicy Miso Tuna, Yuzu Snow-Crab und Miso mariniertes Andengemüse. Wenn das mal nicht Nikkei Cuisine par excellence ist.

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Dehydrierte Cassava. Ein wahrer Gaumenschmaus für jeden echten Maniok Liebhaber.

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Dazu reicht das Chotto-Matte eine grüne Tomaten-Salsa und Guacamole.

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Die köstlichen Cancha-Corn-Puffs fehlen mittlerweile wirklich kaum noch auf einer Speisekarte.

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Bei der Tortilla-Thunfisch-Pizza im Chotto-Matte verschmelzen südamerikanische Texturen mit asiatischen Aromen. Dem aufmerksamen Mook Magazin Leser wird die Kreation sicherlich optisch sofort an die legendäre Morimoto Pizza in New York erinnern. Wer allerdings die grandiose Sushi-Pizza bei Morimoto liebt, muss dies nicht zwingend auch im Chotto-Matte tun. Die grünlich schimmernde Sauce ist übrigens eine Wasabi-Mayonnaise.

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Das klassische Anden-Tempura.

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Die Anden-Aubergine ist mit süßer Misopaste mariniert. Ein köstlicher kleiner Happen.

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Hier sehen wir das Pollo Peruano. Die Optik spiegelt hier nicht unbedingt den köstlichen Geschmack wieder. Serviert wird der mit Koriander marinierte Vogel übrigens mit Granatapfelkernen, Cancha-Corn-Puffs und Zwiebeln. Die Delikatesse tröstet uns ein wenig über die Tatsache hinweg, dass auch das Chotto-Matte die Nationalspeise Perus nicht auf der Speisekarte aufführt. Wie gerne hätten wir endlich einmal Meerschweinchen für Euch degustiert. Der possierliche Nager steht ja nun schon seit langem auf unserer Agenda der zukünftig noch zu verzehrenden Tiere. Wir müssen wohl oder übel für Euch demnächst einmal nach Peru reisen.

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Hier sehen wir das Pollo Nipón, der Evil Counterpart zum Pollo Peruano. Auch die Variante mit Teriyaki-Sauce kann die Mook Redaktion überzeugen.

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Das Aburi-Sushi wird tableside von der charmanten Kellnerin abgeflämmt.

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Das Berlin-Style-Sushi macht schön satt.

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Hier ein weiteres Meisterwerk aus der Chotto-Matte Sushi-Kollektion.

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Hier sehen wir Short Ribs mit Palmherzen und lila Kartoffelpüree.

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