Posted on Die beste Brasserie der Welt?

Die kontroverse Pellegrino-Liste führt das „Petite Maison“ in Dubai aktuell als Nummer 96 der besten Restaurants der Welt. Damit wäre die „La Petite Maison“ – Filiale in Dubai die beste Brasserie der Welt. Diese gewagte Aussage musste natürlich verifiziert werden. Wieder einmal war das Mook Culinary Research Team gezwungen, zu einer seiner beschwerlichen Expeditionen aufzubrechen.

Über eine Rolltreppe geht es in die gute Stube.

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Letzten Sommer haben wir bereits im Rahmen der „Mon amie Maxi“ Recherche das original „Petite Maison“ in Nizza für Euch besucht. Seit diesem Zeitpunkt werden wir geradezu überschüttet mit unglaublichen Geschichten über die grandiosen Erfolge der Filiale in Dubai. Laut diverser seriösen Quellen ist das „Petite Maison“ aktuell der „Place 2 be“ im Wüstenstaat und wird ähnlich überrannt wie das „Mon amie Maxi“ in Mainhattan.

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Die Ruhe vor dem Sturm. Ohne eine Reservierung hat man im Maison schlechte Karten.

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Das Maison verfügt auch über einige sehr schöne Terrassenplätze.IMG_2579

Am Abend füllt sich das „Petite Maison“ mit der Haute-Volée der Metropole. Man sieht im Publikum auch viele elegante Herren in Dishdashas, dem traditionellen Herrengewand der Wüstensöhne. Die Damenwelt hüllt sich dagegen vornehmlich in Balmain, Givenchy und Lavin. Die beliebtesten Accessoires sind Handtaschen und Schuhe von Roger Vivier.

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Très français, an der Bar des Maison darf noch geraucht werden. Weit über die Hälfte der Gäste frönt noch dem nostalgischem Laster der Bohème. Was gibt es auch Schöneres, erst ein romantisches Tête-à-Tête mit der grünen Fee und danach noch gemütlich eine Gitane Mais über Lunge inhalieren?

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Der nette Kellner klärt uns Novizen auf: The „Petite Maison“ is a sharing Concept. Dies bedeutet allerdings nicht, dass die Portionen etwa extra groß ausfallen würden, sondern dass die Gerichte nicht zwingend gleichzeitig von der Küche serviert werden müssen. Auf der Speisekarte prangt groß der Hinweis: Each dish is served when it’s ready. Eine tolle Sache um die Küchencrew zu entlasten, allerdings würde ein solches System sicherlich in Deutschland zu großen Irritationen führen. Bisher kannten wir vergleichbare Arbeitsweisen auch nur von japanischen Konzepten. Wir fangen an zu philosophieren: Was würde wohl geschehen, wenn wir anfangen würden, Gänge völlig durcheinander und zeitversetzt zu servieren? Die Reaktionen wären zumindest faszinierend zu beobachten.

Hier ein kurzer Blick auf das bunte Treiben im Gastraum.  Leider kann unsere Smartphone-Cam die lebhafte Atmosphäre nicht richtig einfangen.

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Tapenade, der delikate Brotaufstrich aus Oliven, Kapern und Anchovis. Ein wirklich leckeres kleines Amuse-bouche.

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Schon das original „Petite Maison“ in Nizza konnte die Mook Redaktion überzeugen, allerdings ist die Filiale in Dubai noch einmal ein ganz anderes Kaliber. Im Wüstenstaat kann man sich keine Fauxpas leisten. In einem Radius von zehn Kilometern findet man praktisch jedes relevante Restaurantkonzept der Welt. Wer hier nicht perfekt performt hat schlechte Karten, das haben die Maison Betreiber ganz offensichtlich auch begriffen. Fast alle vergleichbaren Gerichte sind in Dubai noch einmal wesentlich liebevoller zubereitet. Anhand der gebackenen Zucchiniblüten wird dies auch optisch gut sichtbar. Während in Nizza  noch mit einem vergleichsweise schweren Bierteig gewerkelt wird, arbeitet die Filiale im Wüstenstaat bereits mit einem wesentlich eleganteren Tempura-Mix. Die Dubai Variante ist schon allein optisch ein Genuss. Man spürt  förmlich das Implodieren der fragilen Struktur. Die Mook Redaktion vermutet, dass in Dubai unterstützend mit Trisol gearbeitet wir. Das Ergebnis ist jedenfalls ein unglaublich leichter und extrem filigran ziselierter Knuspermantel.

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Eine wirklich schöne Sache. Das Maison hat den Gardemanger in den Gastraum outgesourced.

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Petits Farcis, wer liebt sie nicht?  Im Sommer werden wir Euch im „Mon amie Maxi“ sicherlich einmal unsere Interpretation des provenzalischen Klassikers präsentieren.

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Die Mook Redaktion liebt Pissaladière, den pikanten Sardellen- Zwiebelkuchen der Provence. Selten wurde er uns allerdings in einer solchen Perfektion kredenzt. Bisher haben wir uns übrigens erfolglos an diesem Thema abgearbeitet. Manchmal sind die einfachsten Dinge halt die schwersten.

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Hier sehen wir die Chefin bei der Degustation.

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Salade Niçoise

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Halbierte Garnelen mit Olivenöl, Basilikum und Fleur de Sel.

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Auch die köstlichen Croquettes de Morue können die Mook Redaktion restlos begeistern. Erinnert Ihr Euch eigentlich noch? Auch wir hatten am Anfang die im siedenden Fett gesottenen Stockfisch-Krapfen im Angebot. Leider wollte praktisch kein Gast die mediterrane Leckerei bestellen.

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Die Calamari fritti erinnern uns stark an die Salt & Pepper Squid im Hakkasan.

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Das Ratatouille wir noch mit einer Art Feta verfeinert und schmeckt einfach köstlich. Das Ratatouille wird übrigens nicht als Beilage serviert, sondern als eigenständiger Gericht.

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Canard a l’orange Slow Cooked Duck Legs with an Orange Glaze. Ein weiterer Klassiker der französischen Küche.

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Fisch wird nicht neu erfunden, aber perfekt dargereicht. Absolute Frische und präzise Garzeit machen das Gericht zu einem Gedicht. Die Zeichen verdichten sich: Lecker wird der neue große Trend.

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Das Gericht ist selbsterklärend. Auch hier wieder perfekte Produktküche. .

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Pain Perdu et sa Glace aux Epices. Eine köstliche kleine Nascherei. In Deutschland nennt man übrigens French Toast auch gerne: Fotzelschnitte, Blinder Fisch oder Arme Ritter.

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Oft können wir die Platzierungen auf der Pellegrino-Liste nicht nachvollziehen. Das „Petite Maison“ in Dubai konnte sich allerdings auch einen Platz in unseren Herzen erobern. Hier stimmt einfach das ganze Paket. Die Redaktion erteilt deshalb dem „Petite Maison“ in Dubai das Prädikat: Mookstyle

Schoki

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Fin