Posted on Heston Blumenthal Dinner – X-Tended Version

Was ist das? Heston Blumenthals Hommage an Jean Tinguely? Ein Fluxkompensator? Eine Kryptex? Oder doch eine Rube-Goldberg-Maschine? Nope, alles falsch. Diese Konstruktion ist Hestons schlichter Versuch Ananas auf einem Drehgrill zu karamellisieren.

Über diesen komplexen Kettenantrieb lässt Heston die Ananas rotieren. Welchen aromatischen Effekt die Corioliskraft wohl auf die Stachelfrucht ausübt?

Die Qual der Wahl.

Ein kleiner Gruß aus der Showküche. Dialog der Brotsorten mit korrespondierendem Butterblock. Der Innovationsfaktor hält sich in Grenzen. Ähnliches Kompositionen wurden uns schon in anderen Restaurants gereicht. Die Butter ist allerdings von erlesener Qualität.

Man achte bitte auf die helle Farbe. Heston Blumenthal verzichtet bei der Zubereitung seines Sirloin Steaks praktisch komplett auf das rassige Umami karamellisierter Monosacharide. Auch können wir keinerlei Hautgout herausschmecken. Erstaunlich nach Blumenthals faszinierenden Experimenten, mit Hilfe von Penicillium-Roqueforti-Kulturen das Aroma amerikanischer Steakhäuser zu imitieren. Durch das Fehlen der adstringierenden Glycoside erscheint das Hämoglobin im Nachhall dominant und leicht metallisch. Durch die starke Duktilität der Fasern wirkt der leptosome Körper eher mediteran und volumenerhöhend.

Das perfekte Beilagentriptychon! Ein traumhaftes Pilzketchup, eine unglaubliche Rotweinreduktion und super leckere, dreifach frittierte Pommes. Hier spielt Blumenthal sein überlegenes Können souverän aus.

Das Konzept des Blumenthal Dinners im Mandarin Oriental ist es traditionell britische Gerichte neu zu interpretieren. Aus diesem Grund stehen auf der Speisekarte auch hinter jedem Gericht das exakte Jahr seiner ursprünglichen Erfindung. Woher Heston dies allerdings weiß, bleibt auch uns schleierhaft. Unten sehen wir die Ente von anno dazumal.

Die Heston Fries sind echt knorke.

Sellerie, Parmesan, Apfel und marinierte Walnüsse. Anna Livia Plurabelle erteilt das Prädikat Mookstyle.

Bäckchen vom Kabeljau, Porridge und Fenchel. Ein wahrhaft köstlicher Reigen der Aromen und Texturen! Hier komponiert der Meister wirklich auf höchstem Niveau.

Endlich muss man nicht mehr zu Mutter Ernst für ein gutes Schweinekotelett.

Dessert bietet das Dinner auch an. Kein Espresso, sondern eine karamellartige, viskose Flüssigkeit. Eine sehr interessante Textur.

Ein weiterer Blick in die imposante Showküche. Ob das Gewürzregal von Yves Klein gestaltet wurde?

Ein weiteres lustiges Detail. Die Wandlampen sind in Kuchenformen gestaltet.