Beim Namen Tim Klüssendorf läuft es den meisten Wirten eiskalt den Rücken hinunter. Kaum ein anderer Politiker hat im Rahmen der Diskussion rund um die Mehrwertsteuersenkung auf Speisen in der Gastronomie leidenschaftlicher gegen die Interessen der handwerklich arbeitenden Speisegastronomie agitiert als er. Darüber hinaus framte der eloquente SPD-Generalsekretär in der Bundestagsdebatte am 21. September 2023 in seiner flammenden Anti-Gastronomie-Rede die im europäischen Kontext faire Besteuerung der Gastronomie als staatliche Subvention.
Im Kontext der Tatsache, dass eine im europäischen Vergleich faire Besteuerung der Gastronomie natürlich keine staatliche Subvention ist, sondern lediglich eine im europäischen Vergleich faire Besteuerung, insinuierten wir wenig unverhohlen, dass Herr Klüssendorf offensichtlich keine Ahnung hat von dem, was er da redet.
Nun wollte der eloquente SPD-Generalsekretär Klüssendorf in der Talkshow von Markus Lanz über den Sozialstaat reden, dem Kernthema der SPD. Auf die komplett harmlose Einstiegsfrage von Lanz, ob Klüssendorf wisse, wie viel Deutschland mittlerweile für Soziales ausgibt, erwiderte der SPD-Abgeordnete selbstsicher, ja, das wisse er. Nur dumm, dass Lanz dann wirklich wissen wollte, wie viel. Es stellte sich nämlich heraus, dass Herr Klüssendorf sich beim Kernthema seiner Partei doch nicht auskennt und plötzlich unsicher stammelte: Nee, sorry, ein Drittel, die Hälfte ungefähr?
Leider wurde es für Klüssendorf nicht besser. Als Lanz nachlegte und wissen wollte, wie groß das Bruttoinlandsprodukt überhaupt ist, versuchte Klüssendorf, sich mit „eins Komma irgendwas“ herauszuwinden und musste dann einräumen, dass er es nicht in genauen Zahlen beziffern könne. Lanz wurde daraufhin ungehalten und sagte wörtlich, man müsse doch wissen, wovon man redet. Und auch bei einer weiteren konkreten Frage, zum jährlichen Zuschuss an die Krankenkassen, kam von Klüssendorf nur noch ein resigniertes „weiß ich nicht“ über die Lippen.
Angesichts der Tatsache, dass Klüssendorf ähnlich kompetent bei Lanz ablieferte wie Heidi Reichinnek, Katharina Dröge und Ricarda Lang, konnte man selbst als Wirt mit dem studierten Volks- und Betriebswirt nur noch Mitleid haben.
