Lars Klingbeil, der mächtige und durchsetzungsstarke Meister der Münze, wiederholt in seinen politischen Reden das Wort Gerechtigkeit so häufig, dass es schon besorgte Bürger gibt, die befürchten, Herr Klingbeil könnte unter einer seltenen Form des Tourette-Syndroms leiden.
In diesem Kontext haben wir uns erst kürzlich darüber gewundert, dass der angeblich so gerechte Gerechtigkeitsminister Lars Klingbeil mit seiner Zuckersteuer ausgerechnet die Geringverdiener relativ zu ihrem Einkommen ungerechterweise weit überproportional stärker belastet als die Gutverdiener.
Nun sind wir im Rahmen unserer Recherchen über eine ausgesprochen aufschlussreiche Studie des renommierten Robert Koch-Instituts gestolpert, die zeigt, dass die ungerechte Zuckersteuer sogar noch wesentlich ungerechter ist, als wir ursprünglich angenommen hatten.
Das RKI hat nämlich im Rahmen seiner GEDA-Erhebung 2019/2020 festgestellt, dass 16,2 Prozent der Menschen mit niedrigem Bildungsgrad täglich zuckerhaltige Softdrinks konsumieren, während es bei Menschen mit hohem Bildungsgrad gerade einmal 6,3 Prozent sind.
Mit anderen Worten ist der Anteil der Menschen, die regelmäßig zuckerhaltige Softdrinks konsumieren, bei niedrigem Bildungsgrad sage und schreibe 157 Prozent höher als bei hohem Bildungsgrad.
Da zwischen Bildungsgrad und Einkommen ein ausgeprägter statistischer Zusammenhang besteht, deutet sich hier eine geradezu groteske sozialpolitische Schieflage an. Denn ausgerechnet die wirtschaftlich schwächeren Bevölkerungsgruppen werden durch die geplante Zuckersteuer nicht nur relativ zu ihrem Einkommen stärker belastet, sondern gehören auch noch überproportional häufig zu den Konsumenten der besteuerten Getränke.
Ob sich Herr Klingbeil im Vorfeld überhaupt keine Gedanken über die sozialen Konsequenzen seiner ungerechten Zuckersteuer gemacht hat oder seine eigene Klientel mit voller Absicht überproportional hoch besteuern will, wissen wir nicht. Was wir aber wissen, ist, dass seine nun überproportional ungerecht überbesteuerte Klientel diese ungerechte Überbesteuerung bei den nächsten Wahlen sicherlich nicht positiv goutieren wird.
