TomTom, der niederländische Karten- und Navigationsanbieter, hat kürzlich wieder seinen vielbeachteten Traffic Index veröffentlicht, der jährlich Stau- und Reisezeitverluste in vielen europäischen Städten vergleicht.
Dabei hat er im Kern das bestätigt, was wir seit Jahren beobachten. In keiner deutschen Großstadt verlieren Autofahrer in der Rush Hour so viel Zeit wie in Frankfurt. Wer täglich jeweils zehn Kilometer zu Stoßzeiten hin und zurück fährt, kommt laut Berechnung von TomTom auf einen nervenaufreibenden Verlust von 107 Stunden im Jahr. Damit steht die Mainmetropole beim Zeitverlust zur Hauptverkehrszeit wieder einmal auf dem unrühmlichen ersten Platz.
Frankfurt ist allerdings nicht nur dort absolute Spitze, sondern auch beim Langsamfahren. In keiner anderen deutschen Großstadt ist man mit einem Durchschnittstempo von nur 20,3 Kilometern pro Stunde mit dem Auto langsamer unterwegs als in Mainhattan.
Das Absurde an diesen erschreckenden Erkenntnissen ist, dass wir vermuten, dass sich die Stauzeiten trotz der maximal autofeindlichen Hostile Traffic Politik der rot-grün-violett geführten Stadt perspektivisch tendenziell verringern werden, weil immer weniger zahlungskräftige Autofahrer aus dem Frankfurter Speckgürtel bereit sind, sich diese absurde Tortur noch länger anzutun und ihr Geld künftig lieber nach Wertheim Village, Wiesbaden oder ins Main Taunus Zentrum tragen werden.
Falls wir auch mit dieser Prognose wie immer richtig liegen, werden die Initiatoren der rein ideologisch motivierten Hostile Traffic Politik das propagandistisch garantiert uminterpretieren und behaupten, ihre autofeindlichen Maßnahmen würden endlich wirken. Weniger Stau, mehr Lebensqualität, eine Stadt, die aufatmet. Das übliche Narrativ.
Leidtragende sind dann nicht die Ideologen im Rathaus, die sich im orwellschen Neusprech für ihre angeblich selbst erzeugten „Erfolge“ feiern, sondern wieder einmal Wirte, Einzelhändler und Dienstleister, die zwingend auf kaufkräftige Kunden aus dem Umland angewiesen sind.
Denn eine Innenstadt lebt nicht von absurd geframten Pressemitteilungen, sondern von realen Menschen, die tatsächlich kommen, parken, einkaufen, essen und Geld in der Stadt lassen. Wenn weniger Stau am Ende schlicht bedeutet, dass weniger Kaufkraft nach Frankfurt fährt, ist das keine erfolgreiche Verkehrswende, sondern eine kontraproduktive Abwanderung von Wertschöpfung.
