Die rot-grün-violett geführte Stadt Frankfurt am Main scheute bekanntlich keine Gelder und Mühen, um gegen den Willen und auf Kosten der gewerbesteuerzahlenden Einzelhändler und Wirte kaufkräftige Autofahrerkunden mit ihrer absurden Fahrradpolitik bewusst zu schikanieren und nachhaltig aus der City zu vergrämen.
Nun mussten wir aus gesellschaftlichen Gründen einige Tage in den legendären britischen Cotswolds verbringen und durften dort eine vollkommen andere, aber nicht minder absurde Fahrradpolitik kennenlernen.
Als leidenschaftliche Fahrradfahrer wollten wir nach dem Einchecken in unser zauberhaftes Cottage natürlich sofort die wunderschöne Umgebung mit dem Rad erkunden. Leider mussten wir sehr schnell feststellen, dass das Fahrradfahren auf den Feldwegen dieser idyllischen Kulturlandschaft praktisch unmöglich ist, weil alle paar hundert Meter schikanöse Gatter, Kissing Gates oder sogenannte Stiles installiert sind.
Als Radfahrer ist man dadurch gezwungen, im Minutentakt abzusteigen und sein schweres Rad entweder maximal unkomfortabel über mannshohe Holzbarrieren zu wuchten oder sich langwierig durch absichtlich zu eng konstruierte Durchgänge zu zwängen.
Wenn aus einer eigentlich flüssigen Radtour absichtlich eine beschwerliche Tortur gemacht wird, zeigt sich schnell, dass Radfahren in den pittoresken Cotswolds in etwa genauso unangenehm ist wie Autofahren in Frankfurt am Main.
Diese Tatsache hat uns so neugierig gemacht , dass wir beschlossen haben, zu recherchieren, was hinter der erstaunlichen Fahrradfeindlichkeit steckt. Das Ergebnis unserer Recherche war überraschend simpel.
Die in den Cotswolds allgegenwärtigen Gatter, Kissing Gates und Stiles sind nicht willkürlich gesetzt, sondern folgen einer strikt eigentums- und haftungsgetriebenen Logik. Viele der idyllischen Feldwege, auf denen man als Städter reflexartig „perfekter Radweg“ denkt, sind rechtlich und historisch schlicht Fußpfade. Die Barrieren erfüllen dabei mehrere Zwecke zugleich. Sie lassen Fußgänger passieren, halten aber Weidetiere zuverlässig auf der Fläche und wirken zugleich als Filter gegen alles, was dort als potenzielles Risiko nichts zu suchen hat, also Hunde, Quads, Motorräder und eben auch Fahrräder.
