Frankfurt war noch nie eine typische Touristenstadt wie Hamburg oder Düsseldorf. Auch gab es in Mainhattan nie eine spendable Schickeria wie in München oder eine alimentierte Parallelwelt aus No-Limit-Lobbyisten, NGOs und finanziell sorgenfreien Politikern wie in Berlin. Frankfurt war immer ein professioneller Business-Hub, in dem konzentriert, unauffällig und fleißig gearbeitet wird.
Erschwerend für Wirte kommt hinzu, dass speziell in der Business-Stadt Frankfurt Corporate Governance und die damit verbundene Compliance eine immer größere Rolle spielen. Geschäftsessen werden kritischer geprüft, Budgets restriktiver gehandhabt und Repräsentationsaufwand zunehmend argwöhnisch betrachtet. Während in Berlin im Borchardt und im Grill Royal jeden Abend ungeniert die Korken knallen, wird in Frankfurt lieber bescheiden tiefgestapelt.
Gleichzeitig berichtet die internationale Presse regelmäßig über unsere komplett aus dem Ruder gelaufene Drogenszene, über das sogenannte Zombieland rund um das Bahnhofsviertel und über eine komplett verfehlte Verkehrspolitik. Alles in allem eine Berichterstattung, die dem Ruf der Stadt ganz sicher nicht geholfen hat und potenzielle Besucher, Geschäftsreisende und Messegäste zuverlässig abschreckt.
Als winziges Trostpflaster hatte die Frankfurter Gastronomie zumindest jahrzehntelang die Internationale Automobil-Ausstellung. Die extrem lukrative Mega-Messe war eine Art wirtschaftlicher Defibrillator für die ansonsten strukturell stark benachteiligte Frankfurter Hospitality-Branche. Zumindest so lange, bis die maximal autofeindliche Hostile-Traffic-Politik der Stadt Frankfurt die IAA-Veranstalter dazu bewog, Mainhattan für immer den Rücken zu kehren.
Der Verlust der IAA konnte nie wirklich kompensiert werden. Die Eurobike als neue Fachmesse für Fahrradhersteller war für Hotels und Restaurants nie ein adäquater Ersatz für die verlorene IAA, aber immerhin besser als nichts. Nun berichtet die renommierte Frankfurter Allgemeine Zeitung, dass auch die ohnehin schon schwächere Eurobike in diesem Jahr nicht einmal halb so groß sein wird wie in den vergangenen Jahren. Und da es bekanntlich immer noch schlimmer geht, verdichten sich aktuell auch noch die Gerüchte, dass die Eurobike aus Frankfurt komplett abwandert und demnächst an die inzwischen in München stattfindende IAA Mobility andocken möchte.
Damit hätte Frankfurt durch seine rein ideologisch motivierte Anti-Autofahrer-Politik nicht nur erfolgreich dafür gesorgt, die IAA aus der Stadt zu jagen, sondern womöglich auch noch den absurden Treppenwitz produziert, am Ende sogar die Fahrradmesse an den neuen Standort der Internationalen Automobil-Ausstellung in München zu verlieren.
