Das legendäre Punjabi-Restaurant Tayyabs im multikulturellen Londoner Arbeiterviertel Whitechapel genießt den Ruf, die besten Lamb Chops der Welt zu servieren. Aus diesem Grund waren wir natürlich schon dort, um die kleinen Biester einmal für Euch zu degustieren. Und in der Tat sind sie wirklich gut. Wer allerdings unsere butterzarten Tandoori Lamb Chops im Ivory Club geradezu vergöttert, muss die Lamb Chops im Tayyabs nicht zwangsläufig ebenfalls vergöttern. Deshalb haben wir auch entschieden, keinen ausführlichen Mookular über das berühmte Tayyabs zu verfassen.
Der Grund, warum wir Euch hier trotzdem vom Tayyabs erzählen, ist ein ganz anderer. Denn im Jahr 2014 wurde tatsächlich eines der berühmten Lammkoteletts ins All geschossen. Zumindest fast. Der britische Schriftsteller Nikesh Shukla hatte sich nämlich gemeinsam mit einigen Freunden die absurde Idee in den Kopf gesetzt, eines der legendären Koteletts auf eine Gabel zu spießen, eine GoPro-Kamera daran zu befestigen und das kulinarische Kunstwerk mithilfe eines Heliumballons in die Stratosphäre zu schicken. Tatsächlich erreichte das marinierte Stück Lammfleisch eine Höhe von mehreren Zehntausend Metern, bevor der Ballon platzte und das Kotelett wieder Richtung Erde stürzte.
Die ganze Aktion war übrigens eine ziemlich geniale PR-Kampagne für Shuklas Roman „Meatspace“, eine schwarzhumorige Gesellschaftssatire über Social-Media-Sucht, digitale Identitäten und die zunehmende Entfremdung vom wirklichen Leben. Der Titel spielt dabei übrigens auf den Gegensatz zwischen dem Cyberspace, also der virtuellen Welt des Internets, und dem sogenannten Meatspace an. So bezeichnet man im Internetjargon die reale, physische Welt aus Fleisch und Blut. Shukla nahm den Begriff kurzerhand beim Wort und schickte ein Stück Fleisch ins All. Eine ebenso absurde wie geniale Marketingidee, die mit einem Budget von wenigen Hundert Pfund für internationale Medienaufmerksamkeit sorgte.
