Mittlerweile ist man es ja fast schon gewöhnt, dass ein Rib Eye oder New York Strip in US-amerikanischen Top-Steakhäusern wie dem Flaglers, dem CUT oder dem S&W um die 100 $ kostet, ein Porterhouse weit über 200 $ und selbst einfache Beilagen um die 20 $. Alles natürlich ohne Steuern, Fees und ein mittlerweile auf 25 Prozent nach oben genudged Trinkgeld.
Nun durften wir auf unserer letzten Foodpedition durch die USA auch noch feststellen, dass die Getränkepreise ebenfalls durch die Decke gehen, und zwar nicht nur in Spitzenrestaurants oder High-End-Steakhäusern.
Beispielsweise haben wir in der netten Le Bilboquet Brasserie in Palm Beach für eine Flasche Sprudelwasser 16,5 $ bezahlt und für eine kleine 0,2-l-Flasche Coca Cola 9 $, natürlich ohne das absolute Minimum-Trinkgeld von 20 Prozent und die State and County Sales Tax von 6,5 Prozent. Rechnet man zunächst nur die 6,5 Prozent Steuern hinzu, kostet die 0,2-Cola 9,59 $ und die 0,7-Flasche Sprudelwasser 17,57 $. Rechnet man jetzt noch ein absolutes Minimum-Trinkgeld von 20 Prozent hinzu, kostet die 0,2-Cola 11,51 $ und die 0,7-Flasche Sprudelwasser 21,08 $.
Wenn man jetzt noch davon ausgehen würde, dass in den USA nicht nur faire 6,5 Prozent Steuern fällig werden, sondern wie in Deutschland satte 19 Prozent, läge man bei derselben Rechnung inklusive eines konservativ gerechneten Minimum-Trinkgelds von nur 20 Prozent plötzlich bei 12,85 $ für die kleine 0,2-Cola und bei 23,56 $ für das Sprudelwasser.
Wusstet Ihr in diesem Kontext eigentlich, dass in unserem Nachbarland Frankreich nicht nur der halbe Mehrwertsteuersatz auf Speisen gilt, sondern auch auf alle alkoholfreien Getränke? Für alkoholfreie Getränke mit einem wiederverschließbaren Schraubverschluss, wie z. B. eine Flasche Wasser, gilt sogar ein nochmals stark reduzierter Mehrwertsteuersatz von nur 5,5 Prozent!
In Deutschland hingegen gilt nicht nur für alle alkoholischen und alkoholfreien Getränke der volle Mehrwertsteuersatz von satten 19 Prozent, sondern darüber hinaus werden auch noch alle moussierenden Schaumweine wie Champagner, Cava, Prosecco und Crémant mit der sogenannten Schaumweinsteuer on top besteuert. Eine Vorstellung, die im hedonistischen Champagner-Land Frankreich geradezu absurd wäre.
Neugierige Leser, die mehr über die absurde Schaumweinsteuer erfahren möchten, sollten jetzt noch diesen Artikel lesen.
