Für uns Normalsterbliche ist Hummer nicht nur eine köstliche Delikatesse, sondern auch immer ein Synonym für Luxus.
Nun wissen wir ja spätestens seit der ausführlichen Berichterstattung über die sogenannte Hummer-Affäre, bei der Sahra Wagenknecht nach einem gemeinsamen Lobster-Gelage im Restaurant Aux Armes die Digitalkamera einer Fraktionskollegin unter einem Vorwand an sich nahm und anschließend heimlich die wenig klassenkampftauglichen Fotos löschte, dass Hummer in Brüssel und Straßburg zum täglichen Brot der emsigen Eurokraten gehört.
Kein Wunder, dass die engagierten EU-Abgeordneten „ihren“ Hummer auch gerne scherzhaft als „Chicken of the Sea“ bezeichnen. Eine faszinierende Geschichte, die uns ein gut informierter Gast an der Bar der wunderbaren Belga Queen Brasserie in Brüssel erzählte.
Damit sich unsere Gäste auch einmal wie unbeschwerte und finanziell komplett sorgenfreie Eurokraten fühlen können, deren einzige Probleme darin bestehen, eine Klarnamenpflicht für alle einzuführen oder durch das automatisierte Scannen privater Kommunikation das Briefgeheimnis faktisch auszuhebeln, haben wir vor einiger Zeit beschlossen, auch im Mon Amie Maxi ein Hummergericht anzubieten, das selbst den extrem verwöhnten Eurokraten munden dürfte.
Der köstliche Hummerschwanz unseres Ragout de Homard wird bei niedriger Temperatur so sanft in Butter pochiert, dass das noble Krustentierfleisch nicht nur wunderbar saftig, sondern geradezu obszön zart bleibt.
Serviert wird der Lobster-Tail auf einem luftigen Bett aus intensivem Krustentierschaum und geradezu robuchoneskem Kartoffelpüree, dessen seidige Textur und verschwenderische Buttrigkeit eine würdigere Bühne für den edlen Meeresbewohner kaum denkbar erscheinen lassen.
Das Ergebnis ist ein opulenter, aber trotzdem erstaunlich eleganter Crowdpleaser, bei dem sich die natürliche Süße des Hummers, die konzentrierte Tiefe des Krustentierschaums und das dekadent cremige Püree zu einer geradezu obszön köstlichen Liaison verbinden.
Unsere Hummerschwänze stammen übrigens von sogenannten Hyperbaric Lobsters. Dabei handelt es sich um Hummer, die unmittelbar nach dem Fang mithilfe moderner Hochdruckkammern in Sekundenschnelle und ohne langes Leiden getötet werden. Das gilt nicht nur als eine der schnellsten und humansten Methoden, einen Hummer zu töten, sondern ist zugleich auch eine der cleversten.
Weil die Tiere bereits vor dem langen Transport getötet werden, erspart man ihnen nicht nur die strapaziöse Reise, sondern verhindert auch, dass sie sich unterwegs durch den langen Nahrungsverzicht selbst aufzehren. Dadurch bleiben die Hyperbaric Lobster-Tails besonders vollfleischig und von konstant hoher Qualität.
Und jetzt die beste Nachricht! Um unser Ragout de Homard im Mon Amie Maxi genießen zu können, benötigt man weder ein komfortables Mandat in Brüssel noch die üppigen Diäten eines EU-Abgeordneten. Denn obwohl das Gericht geradezu obszön luxuriös klingt, kostet das gute Stück nur incroyablement faire 49,99 Euro.
Die oben im Text erwähnte Belga Queen Brasserie war übrigens eines der ersten Restaurants, die wir für Euch unter das gestrenge Mookular genommen haben. Im Zuge der Arbeit an diesem Text haben wir unseren Bericht nach weit über zehn Jahren wieder einmal selbst gelesen und können nicht ohne Stolz behaupten, dass er nicht nur noch immer extrem amüsant zu lesen ist, sondern angesichts der aktuellen politischen Entwicklungen sogar aktueller denn je.
Wir empfehlen deshalb allen Lesern dieser Zeilen, auch noch den hier angehängten Belga-Queen-Bericht zu inhalieren … Click here!
