Obwohl wir leidenschaftliche Frankfurter Lokalpatrioten sind, die mit dem Krazy Kraken sogar schon selbst zu traurigen Opfern der Hostile-Traffic-Politik der Stadt Frankfurt geworden sind, führen wir die Diskussion rund um die einzelhandelsfeindliche, rettungswagenfeindliche, gastronomiefeindliche, umweltfeindliche, messefeindliche und alten- und behindertenfeindliche Verkehrspolitik unserer Heimatstadt immer ganz bewusst extrem sachlich, faktenbasiert und anhand konkreter Beispiele.
Trotzdem wurde uns absurderweise schon unterstellt, wir seien abgasaffine Petrolheads. Erstaunlicherweise ist aber exakt das Gegenteil der Fall. Wir sind absolut leidenschaftliche Fahrradfahrer, die früher sogar sehr gerne durch die City geradelt sind, zumindest bevor die komplett iatrogene Verkehrspolitik der Stadt Frankfurt dafür gesorgt hat, dass es auf den Straßen immer aggressiver und damit natürlich auch immer gefährlicher für Radfahrer geworden ist.
Heute fahren wir lieber mit unseren Mountainbikes über die wunderschönen Trails im Taunus, im Odenwald oder im Spessart, um uns zu entspannen, den Kopf freizubekommen und wenigstens für ein paar kurze Stunden nicht über neue Dokumentationspflichten, neue Transparenzgesetze, neue Lenkungssteuern, neue TSE-Kassenpflichten, neue staatliche Schikanen und die maximal kontraproduktive Zerstörung dringend benötigter Parkplätze nachdenken zu müssen.
Nun mussten wir allerdings auch noch vollkommen geschockt zur Kenntnis nehmen, dass die schwarz-grüne Landesregierung in Nordrhein-Westfalen derzeit an einem Entwurf arbeitet, der durch die Hintertür ein faktisches Singletrail-Verbot für Mountainbiker etablieren möchte. Der Entwurf sieht nach der bisherigen Berichterstattung vor, dass Radfahren im Wald künftig nur noch auf Straßen, Fahrwegen oder ausdrücklich gekennzeichneten Trails erlaubt sein soll. Genau an dieser Stelle wird es für Mountainbiker allerdings extrem gefährlich, weil damit praktisch alle schmalen, organisch gewachsenen Singletrails faktisch aus der allgemeinen erlaubten Befahrbarkeit herausfallen würden.
Der Entwurf ist zudem maximal perfide, weil er nicht offen als Mountainbike-Verbot daherkommt, sondern als scheinbar harmlose Präzisierung der Waldnutzung. In der Praxis würde er aber exakt jene Wege treffen, die Mountainbiken überhaupt erst zu Mountainbiken machen. Wer Mountainbiker auf breite Forstwege und ein paar wenige gekennzeichnete Trails verbannen will, hat das Wesen dieses Sports entweder nicht verstanden oder sehr genau verstanden und möchte Mountainbiker genau deshalb systematisch aus dem Wald vergrämen.
Wir sind uns als leiderprobte Gastronomen sicher, dass eine solche Regelung, sollte sie in Nordrhein-Westfalen tatsächlich „Erfolg“ haben, sehr schnell schlechte Schule machen würde. In Deutschland bleibt es praktisch nie bei einem einzelnen Verbot, wenn irgendwo ein neues bürokratisches Instrument entdeckt wurde. Dann wird aus einem Landesgesetz schnell ein Präzedenzfall, aus einem Präzedenzfall ein politischer Trend und aus einem politischen Trend die nächste bundesweite Regulierungs- und Verbotsorgie.
Für uns als erholungsbedürftige Gastronomen und leidenschaftliche Mountainbiker wäre das nicht nur persönlich eine Katastrophe, sondern auch ein weiteres Lehrstück über die sehr deutsche Unfähigkeit, Freiheit, Eigenverantwortung und gesunden Menschenverstand miteinander zu versöhnen. Erst macht man die Städte durch eine iatrogene Verkehrspolitik für Radfahrer, kaufkräftige Einzelhandelskunden und alte und behinderte Menschen maximal unattraktiv, und dann überreguliert man auch noch die Wälder, in denen sich gestresste Wirte und Bürger auf zwei Rädern zumindest für ein paar Stunden ein kleines Stück Freiheit und Natur zurückholen wollen.
Das ist nicht nur grüne Umweltpolitik at its best, sondern entlarvt auch wieder einmal die typisch deutsche Obsession, jedes surreale oder komplett eingebildete Problem reflexartig mit neuen Verboten, Strafen und absurder Überregulierung zu beantworten. Eine Mentalität, die mittlerweile nicht nur die komplette deutsche Wirtschaft zuverlässig ruiniert, sondern inzwischen selbst dort nicht mehr Halt macht, wo Menschen einfach nur ihre Ruhe, ein bisschen Natur und ein kleines Stück Freiheit genießen wollen.
Interessierte Leser, die bisher noch nicht wissen, warum die Schließung unseres stringent konzipierten Kaviar- und Seafood-Restaurants Krazy Kraken schon kurz nach seiner erfolgreichen Eröffnung nicht nur eine Katastrophe für uns und ein paar leidenschaftliche Seafood-Aficionados war, sondern auch für den gesamten Wirtschaftsstandort Frankfurt, sollten jetzt noch den hier verlinkten Artikel lesen …
