Posted on Der CEO der Mook Group in der AHGZ

Die Mook Group kämpft schon sehr lange engagiert für die Rechte der ethisch geführten Individual-Gastronomie. Eines der wichtigsten Themen ist dabei immer wieder die groteske und völlig unfaire Fiskalpolitik der Deutschen Regierung. Nun hat die renommierte Allgemeine Hotel- und Gaststätten-Zeitung bei uns angefragt, ob der CEO der Mook Group nicht bereit wäre, ein kleines Essay über dieses brisante Thema zu verfassen. Als kulinarischer Trailblazer, Herzblut-Wirt und systemkritischer Bonvivant konnte er diese Bitte natürlich unmöglich abschlagen. Der dadurch entstandene Artikel hat der Redaktion der Allgemeine Hotel- und Gaststätten-Zeitung offensichtlich so gut gefallen, dass es der CEO der Mook Group damit sogar als Aufmacher auf die Titelseite geschafft hat. Hier nun der vollständige Artikel:

DESTRUKTIVE FISKALPOLITIK

Mittlerweile hat es sich auch ausserhalb der kulinarischen Echoräume herumgesprochen, dass speziell die ethisch arbeitende Individual-Gastronomie unter einer extrem destruktiven Fiskalpolitik leidet. Immer mehr handwerklich seriös arbeitende Betriebe beginnen unter der erdrückenden Steuerlast zu straucheln. Dabei reicht das Spektrum vom Landgasthof bis zum Sternerestaurant. Die deutsche Regierung ist aber trotzdem weiterhin der Ansicht, dass nur Lebensmittel-Discounter und Fast-Food-Ketten in den Genuss eines reduzierten Mehrwertsteuersatzes kommen sollten – Konzerne die durch kreatives Financial-Engineering ohnehin meistens nur sehr wenig Steuern in Deutschland entrichten müssen. In den deutschen Anrainerstaaten verfolgt man übrigens eine völlig diametrale Philosophie. Dort gelten Restaurantbesuche und das zivilisierte Essen von gesunder und handwerklich hergestellter Nahrung als ein schützenswertes Kulturgut. In Frankreich und Österreich müssen Wirte deshalb nur 10% Mehrwertsteuer entrichten. In der Schweiz werden 8% fällig und in den Niederlanden sogar nur 6%. Lediglich in Deutschland wird die Speisegastronomie auch weiterhin mit dem vollen Mehrwertsteuersatz von 19 Prozent drangsaliert. Das Ganze ist natürlich nicht nur aus ernährungsphysiologischer Sicht ein total falsches Signal, sondern im europäischen Kontext auch ein eklatanter Wettbewerbsnachteil. Aber anstatt endlich diese massive Steuerungerechtigkeit zu beseitigen, belastet der deutsche Staat die ohnehin schon schwer gebeutelte Hospitality-Industrie noch zusätzlich mit ständig neuer kostenintensiver, komplexer und teilweise sogar hochriskanter Bürokratie. Das renommierte Gourmetmagazin „DER FEINSCHMECKER“ hat dazu letztes Jahr eine Umfrage in der Gastronomie gestartet. Die Frage lautete, ob Wirte sich von der Politik noch ausreichend verstanden und wertgeschätzt fühlen. Die Antwort war genauso eindeutig wie schockierend: Über 96 Prozent der befragten Gastwirte fühlen sich von der Politik überhaupt nicht mehr repräsentiert und wertgeschätzt. Das kräftige Wirtschaftswachstum der letzten Jahre hat unzählige Milliarden in die Staatskassen gespült. Speziell 2016 bescherte Deutschland den höchsten Haushaltsüberschuss seit der Wiedervereinigung. Dementsprechend sind die Staatskassen zum Bersten gefüllt. Es gibt also aktuell wirklich keine plausiblen Argumente mehr, die gegen eine faire Besteuerung von 7 Prozent sprechen würden. Mit welcher moralischer Legitimation kann der Fiskus weiterhin ein in industrieller Massentierhaltung produziertes Take-Away-Chicken bei einer Fast-Food-Kette mit lediglich 7 Prozent besteuern, während ein ethisch aufgezogenes Bio-Hähnchen in der personalintensiven Individual-Gastronomie noch mit dem vollen Mehrwertsteuersatz abgestraft wird? Eine faire Besteuerung ist deshalb längst überfällig. Dabei geht es letztendlich nicht nur um den Erhalt von menschenwürdigen Arbeitsplätzen, Wettbewerbsfähigkeit, Tierwohl und das Kulturgut Speisegastronomie, sondern auch um die Volksgesundheit im Allgemeinen.