Glücklicherweise erhalten wir nach dem Versand unseres Newsletters fast nur positives Feedback. Allerdings haben wir nun schon zweimal Kritik an der von uns gern verwendeten Redewendung „die rot dominierte Marienkäferkoalition“ erhalten.
Nun bezeichnete CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann, der kürzlich bei Markus Lanz ziemlich unverhohlen insinuierte, dass „die Reichen“ sich demnächst trotz anderslautender Versprechen auf eine saftige Steuererhöhung freuen dürften, auf dem CDU-Bundesparteitag in Stuttgart am 20. Februar 2026 den SPD-Bundesfinanzminister Lars Klingbeil versehentlich als Kanzler. Ein klarer Versprecher, der aber tief blicken lässt. In der Psychologie nennt man so etwas einen Freudschen Versprecher, also jenes faszinierende Phänomen, bei dem das Unterbewusstsein kurz die Kontrolle übernimmt und der Sprecher unbeabsichtigt ausspricht, was er wirklich denkt.
Offensichtlich glaubt auch Herr Linnemann selbst nicht daran, dass Friedrich Merz in dieser Koalition tatsächlich die politische Richtlinienkompetenz ausübt. Denn wer den sozialdemokratischen Vizekanzler und Bundesfinanzminister versehentlich zum Kanzler befördert, verrät damit womöglich mehr über die realen Machtverhältnisse in Berlin, als ihm selbst lieb sein kann.
Nun wird sich bald zeigen, ob Friedrich Merz trotz seiner anderslautenden Versprechen erneut vor der SPD einknickt, das zentrale Wahlversprechen der CDU opfert und einer von der SPD geforderten Steuererhöhung für „die Reichen“ zustimmt.
