Jeder, der ohne ideologische Scheuklappen durch die City flaniert, weiß, dass die Stadt Frankfurt ihren Fokus längst nicht mehr auf Sauberkeit, Sicherheit, Instandhaltung oder einen attraktiven ÖPNV richtet, sondern primär auf die radikale Vernichtung dringend benötigter Parkplätze und den Ausbau einer maximal autofeindlichen Infrastruktur.
Die Folgen dieser rein ideologisch motivierten Prioritätenverschiebung kann man inzwischen überall bewundern. Die Hauptwache, das geografische und verkehrstechnische Epizentrum der Stadt, ist zu einem mit Graffiti beschmierten Unort der urbanen Schande verkommen, das Bahnhofsviertel hat es sogar weltweit zum medial bestaunten Zombieland gebracht, und der Paradiesplatz, das Herz von Alt-Sachsenhausen, wird seit fast zwei Jahrzehnten von einer im städtischen Besitz befindlichen Schrottimmobilie regelrecht in Geiselhaft genommen. Aber selbst in den eher bürgerlichen Vierteln nimmt die Verwahrlosung immer sichtbarere Formen an.
Einem unserer treuesten Stammgäste ist deshalb der Kragen geplatzt. Er hat daraufhin beschlossen, als Ein-Mann-Guerillaarmee gegen die Verwahrlosung der Stadt anzukämpfen. Allerdings nicht, indem er nur die Stellen anprangert, an denen die Stadt Frankfurt ihre eigenen Aufgaben sträflich vernachlässigt, Fahrradständer verwahrlosen lässt oder Fußplatten über Jahre nicht entfernt, sondern indem er selbst Hand anlegt und die Stadt eigenhändig reinigt, repariert und aufräumt.
Regelmäßig streift sich der wohlhabende Geschäftsmann die Nitrilhandschuhe über und kratzt Aufkleber von Laternenpfählen, lackiert Poller oder flext alte Schrotträder von überfüllten Fahrradständern, damit endlich wieder Platz für tatsächlich funktionsfähige Fahrräder entsteht.
Einmal bewahrte er sogar unseren Ivory Club vor einer echten Katastrophe. Die Stadt Frankfurt war ihrer Verpflichtung, die Gullys sauber zu halten, nicht nachgekommen. Dementsprechend waren die Abläufe in der Taunusanlage mit Dreck und Laub verstopft. Das Wasser konnte bei einem Starkregenereignis deshalb nicht abfließen und bahnte sich unerbittlich seinen Weg über die Guiollettstraße direkt in den Ivory Club. Innerhalb weniger Minuten waren der gesamte Eingang und der Barbereich vollgelaufen.
Unser Stammgast saß in diesem Moment an einem Hochtisch am Eingang. Während wir panisch versuchten, die Wassermassen zu stoppen, behielt er einen kühlen Kopf. Geistesgegenwärtig folgte er dem Wasserlauf und stieß schließlich auf die Ursache. Ohne eine Sekunde zu zögern, hob er die Gullydeckel an und entfernte den gesamten Schmodder, bis das Wasser wieder ungehindert abfließen konnte. Nur dank seiner engagierten Hilfe konnte damals Schlimmeres verhindert werden.
Unser Stammgast firmiert bei Instagram unter dem Alter Ego Frankfurt Trash. Wir können den Kanal jedem wärmstens ans Herz legen, der wissen möchte, was in Frankfurt alles schiefläuft, und Mr. Trash dabei zusehen will, wie er im Alleingang versucht, die Stadt Stück für Stück wieder etwas schöner und lebenswerter zu machen.
Wer goutiert, dass Mr. Trash dort aufräumt, wo die Stadt Frankfurt seit Jahren wegschaut, sollte ein Like dalassen, den Kanal abonnieren und die Glocke aktivieren, um keine seiner ebenso faszinierenden wie erschreckenden Stadtrettungsmissionen zu verpassen.
www.instagram.com/frankfurt.trash?igsh=MXY5OGp0M2psaXMwdg==

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