Anya Hindmarch, die sagenumwobene britische Designerin, ist nicht nur für ihre ikonischen Handtaschen, ihr praktisches Reisegepäck und ihre verspielten Accessoires berühmt, sondern mittlerweile auch für eines der verrücktesten kulinarischen Pop-ups Londons.
Jeden Sommer eröffnet sie in Chelsea das sogenannte Ice Cream Project. Was zunächst nach einer ganz normalen Eisdiele klingt, entpuppt sich allerdings sehr schnell als kulinarisches Experiment an den Grenzen des guten Geschmacks.
Denn dort gibt es weder Stracciatella noch Pistazie oder Salted Caramel. Stattdessen verwandelt Frau Hindmarch hier ihre liebsten Alltagsprodukte in handwerklich hergestelltes Premium-Eis.
Auf der Karte stehen beispielsweise Euthymol Toothpaste, also Zahnpasta-Eis für Menschen, denen After Eight schon immer zu konventionell war. OXO Stock Cubes, also Eis aus Rinderbrühwürfeln. Aunt Bessie’s Yorkshire Pudding, also Golden-Syrup-Eis mit Yorkshire-Pudding-Stückchen.
Außerdem gibt es Eis mit Kikkoman Soy Sauce, Müller Strawberry Corner, illy Coffee, Walker’s Shortbread, Yazoo Chocolate Milk, Capri-Sun Orange oder Green Giant Sweetcorn, also Eis aus Zuckermais.
Die Kreationen klingen allesamt wild und machen neugierig. So neugierig, dass sich vor dem Ice Cream Project, das direkt neben dem Bespoke-Atelier von Anya Hindmarch liegt, jeden Tag absurd lange Schlangen bilden, die sich teilweise sogar über mehrere Blocks ziehen.
Natürlich könnte man jetzt fragen, ob die Menschheit wirklich Eis aus Zahnpasta, Rinderbrühe oder Zuckermais gebraucht hat. Andererseits beweist Frau Hindmarch damit ziemlich eindrucksvoll, dass Kreativität oft genau dort beginnt, wo andere Menschen nur noch den Kopf schütteln.
Und manchmal beginnt Innovation eben tatsächlich mit einer Kugel Zahnpasta-Eis, die by the way erstaunlicherweise gar nicht so schlecht schmeckt.
