Als kulinarische Trailblazer sind wir schon lange dafür berühmt, unsere Gästeschar regelmäßig mit Gerichten zu überraschen, die in Deutschland praktisch noch völlig unbekannt sind. Beispielsweise servierten wir vielen unserer staunenden Gäste erstmals nicht nur ein Marshmallow-Campfire, Spam-Musubis, Os à moelle gratinés, Kakigōri-Schnee, Kushikatsu, Eton Mess oder ein Coronation Chicken, sondern auch Pani Puris.
Manche dieser kulinarischen Exoten verschwinden irgendwann wieder von der Karte, manche etablieren sich als feste Klassiker und wiederum andere feiern nach einer längeren Pause ein furioses Comeback. So haben wir beispielsweise kürzlich beschlossen, unsere beliebten Pani Puris in einer nochmals verbesserten Version zurück auf die Karte zu bringen.
Pani Puris, je nach Region auch Pani Pooris, Puchkas, Gol Gappas oder Gup Chups genannt, gehören zu den populärsten Roadside-Snacks des indischen Subkontinents. Der Name „Pani Puri“ lässt sich dabei sinngemäß mit „Wasser im frittierten Brot“ übersetzen. Dementsprechend bestehen die filigranen Gebilde traditionell aus hauchdünnen, hohlen und kross frittierten Teigsphären, die mit einer würzigen Kartoffel-Kichererbsen-Mischung gefüllt und anschließend mit einer süß-säuerlich-scharfen Tamarinden-Minz-Essenz aufgegossen werden.
Das Faszinierende an den golfballgroßen Knusperkugeln ist allerdings nicht nur ihre komplexe Aromatik, sondern vor allem die spektakuläre Fragilität der hauchdünnen Sphäre. Schon beim leichtesten Druck der Zunge kollabiert das grazile Konstrukt förmlich im Mund und setzt dabei explosionsartig die aromatische Wucht seiner kulinarischen Fracht frei. In nur einem Wimpernschlag treffen ätherische Minze, adstringierende Tamarinde, wohlige Kartoffeln, subtile Schärfe und krachende Knusprigkeit aufeinander und verbinden sich zu einem fulminanten Reigen aus Aromen und Texturen. Ein multisensorisches Erlebnis, das den Gaumen für wenige Sekunden mit einer solchen Intensität bombardiert, dass man sofort versteht, warum die indische Aromen- und Vitalküche gemeinhin als Königin der Länderküchen gilt..
Wichtig ist bei Pani Puris allerdings zu wissen, wie man sie korrekt isst. Damit die hauchdünne Teighülle nicht vorzeitig aufweicht, wird das aromatisierte Minz-Tamarind-Elixier erst unmittelbar vor dem Verzehr in den Hohlraum gegossen. Danach muss es schnell gehen. Die gefüllte Teigkugel wird als klassischer One-Biter komplett in den Mund geschoben. Wer versucht, sie zaghaft anzuknabbern, riskiert nämlich nicht nur, dass die fragile Sphäre kollabiert, sondern auch eine ziemlich eindrucksvolle Sauerei. Deshalb gilt die vielleicht wichtigste Pani-Puri-Regel überhaupt: niemals abbeißen, niemals zögern, sondern immer mutig die ganze Kugel in den Mund schieben.
Appetit bekommen? Dann reserviert doch gleich einen Tisch im Ivory Club und überzeugt Euch selbst, ob Pani Puris tatsächlich so unwiderstehlich sind, wie ihr Ruf es verheißt.
