Ganz Deutschland hat sich über die absurd dumme Idee aufgeregt, eine Zuckersteuer auch auf zuckerfreie Getränke zu erheben. Nun sind wir bei unseren Recherchen auf eine bemerkenswerte Theorie gestoßen.
Im LoKr-Room-Talk-Podcast der Investmentplattform Beating Beta postulierte der Wirtschaftsjournalist, Autor und Börsenanalyst Sinan Krieger die These, dass die Idee überhaupt nicht dumm war, sondern genial. Er vermutet, dass die Besteuerung zuckerfreier Zero-Getränke nie das eigentliche Ziel war.
Vielmehr sei das maximal absurde Schreckensszenario absichtlich geleakt worden, damit sich die gesamte Republik darüber empört, dass sogar zuckerlose Getränke wie Coca-Cola Zero mit der neuen Zuckersteuer belegt werden sollen. Warum? Damit Lars Klingbeil sofort danach vor die Kameras treten darf und die Sache als kluger Staatsmann von Maß und Mitte wieder medienwirksam einkassieren kann.
Lars Klingbeil bleibt so im kollektiven Gedächtnis nicht als unersättlicher Steuereintreiber hängen, der mit einer vollkommen neuen und absurden Lenkungssteuer Geld von unten nach oben in die Staatskassen umverteilt, sondern als engagierter Retter, der uns vor einer Zuckersteuer auf zuckerfreie Getränke bewahrt hat. Dass er uns gleichzeitig eine neue Zuckersteuer beschert, gerät dadurch fast vollständig in Vergessenheit.
Die Idee, dass Investitionsminister Lars Klingbeil schon einmal von der in der Psychologie als Door-in-the-Face-Technik bezeichneten Methode gehört haben könnte, erschien uns im ersten Moment vollkommen absurd. Dann aber erinnerten wir uns an Riecks Rasiermesser, eine Maxime des Autors, Spieltheoretikers und Professors für Finance und Wirtschaftstheorie Christian Rieck, die besagt: Gehe von Absicht aus, auch wenn Dummheit die bequemere Erklärung ist.
Was meint Ihr? Ist Lars Klingbeil nur ein unbedarfter Politiker, der von einem Fettnäpfchen ins nächste taumelt, oder doch ein geniales politisches Evil-Mastermind?
