Vince Ebert, der messerscharf analysierende Autor, eloquente Kabarettist, charmante Conférencier und sympathische Mook-Ambassador, hat auf seinen Social-Media-Kanälen einmal die These postuliert, dass die meisten Deutschen, weitgehend unabhängig von ihrer politischen Orientierung, überzeugte Etatisten sind. Also Menschen, die fest davon überzeugt sind, dass sich nahezu jedes ökonomische, soziale oder ökologische Problem eines Landes durch staatliche Interventionen lösen lässt und deshalb bereitwillig akzeptieren, dass staatliche Organe immer tiefer in ihr Leben hineinregieren.
Angesichts der Tatsache, dass wir heute von der mit Abstand interventionistischsten und übergriffigsten Regierung in der über 77-jährigen Geschichte der Bundesrepublik regiert werden, erscheint seine These mehr als plausibel. Wir möchten jedoch ausdrücklich klarstellen, dass wir nicht zur Gruppe der staatsgläubigen Etatisten gehören, sondern zur Gruppe der nüchtern denkenden Rationalisten und liberalen Freigeister.
Als Freigeister sind wir übrigens der festen Überzeugung, dass es nicht zu den Aufgaben des Staates gehört, mündige Bürger mit pseudomoralisch konstruierten Lenkungssteuern zu unmündigen Untertanen zu degradieren. Als Rationalisten wiederum sind wir der Meinung, dass man vor jedem neuen staatlichen Erziehungsversuch zumindest erst einmal überprüfen sollte, ob vergleichbare Interventionen in der Vergangenheit überhaupt funktioniert haben.
Wer nämlich glaubt, dass sich dumme Untertanen mit klugen Steuern vom allwissenden Staat zuverlässig in die richtige Richtung dirigieren lassen, sollte sich erst einmal anschauen, wie gut das in der Vergangenheit funktioniert hat. Beispielsweise führte Deutschland 2004 die sogenannte Alkopopsteuer ein. Der offizielle Grund war damals mal wieder der Schutz junger Menschen. Die Rechnung war denkbar simpel. Macht man fertig gemischte Alkopops nur teuer genug, trinken Jugendliche weniger Alkopops. Also verteuerte der Staat die bunten Mixgetränke drastisch. Die Flasche Wodka im Regal daneben wurde durch die neue Steuer allerdings keinen einzigen Cent teurer. Also mischte man eben selbst. Natürlich nicht mit geeichtem Messbecher, sondern einfach aus der Lamäng heraus.
Was anschließend passierte, hat ausgerechnet die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung selbst gemessen. Innerhalb von nur zwei Jahren stieg der durchschnittliche Alkoholkonsum der 12- bis 17-Jährigen von 34,1 auf 50,4 Gramm Reinalkohol pro Woche. Das entspricht einem geradezu explosionsartigen Anstieg von knapp 50 Prozent!
Damit war der ganze staatliche Erziehungsversuch mal wieder ein geradezu perfektes Beispiel für eine iatrogene Lenkungssteuer par excellence.
Obwohl auch dieser sozialistische Erziehungsversuch mal wieder grandios gescheitert ist, möchte Lars Klingbeil nun 2027 mit seinem Herzensprojekt Zuckersteuer den nächsten großen staatlichen Umerziehungsversuch starten. Wieder einmal mit höheren Steuern, steigenden Preisen und mit dem erklärten Ziel, unser Verhalten zu lenken und natürlich wieder einmal angeblich nur zum Schutz unserer Kinder. Was soll da schon schiefgehen?
