Selbst Olaf Meister, der komplett nüchtern analysierende Haus- und Hofanwalt der Mook Group, ist mittlerweile der festen Überzeugung, dass der Staat die Gastronomie so brutal drangsaliert und dirigistisch überbürokratisiert wie keine andere Branche. Was er allerdings noch immer nicht glauben will, ist, dass der Staat der ethisch arbeitenden Speisegastronomie wirklich endgültig den Garaus machen möchte.
Nun haben aufmerksame Mook-Group-Fans ja kürzlich erst gelernt, dass das heuristische Ockhams-Rasiermesser-Prinzip besagt, dass die Theorie mit den wenigsten Variablen auch immer die wahrscheinlichste ist. Umgangssprachlich übersetzt bedeutet das: Wenn etwas aussieht wie ein Nutraloaf, schmeckt wie ein Nutraloaf und riecht wie ein Nutraloaf, dann ist es höchstwahrscheinlich auch ein Nutraloaf.
Dementsprechend ist es letztlich nur eine rabulistische Petitesse, ob Herr Meister recht hat oder nicht. Fakt ist nämlich, dass die ethisch arbeitende Speisegastronomie in Deutschland so oder so eine massiv vom Aussterben bedrohte Branche ist.
Für Leser, die sich gerade gefragt haben, was ein Nutraloaf ist, haben wir hier noch die Erklärung: Ein Nutraloaf ist ein unappetitlich pochierter Laib aus grob faschierten Fleischresten, Gemüse, Nüssen und Semmelbröseln. Der völlig ungewürzte Nutraloaf enthält zwar alle lebenswichtigen Nährstoffe, soll aber bewusst grauenhaft schmecken, riechen und aussehen. Der Nutraloaf ist eine perfide Erfindung der US-amerikanischen Strafvollzugsbehörden und wird gerne eingesetzt, um aufmüpfige Gefängnisinsassen zu sanktionieren.
