Es gibt Neuigkeiten in Sachen Minijobs. Und wie so oft, wenn komplett branchenfremde Politik glaubt, etwas für die Gastronomie beschließen zu müssen, sind es leider keine guten.
Bärbel Bas, Friedrich Merz, Lars Klingbeil und Markus Söder sind sich nicht nur darüber einig geworden, dass die sogenannten Reichen zukünftig stärker zur Kasse gebeten werden sollen, sondern auch darüber, dass der von den armen Wirten zu zahlende Pauschalsteuersatz für Minijobs um exakt 150 Prozent steigen soll.
Für handwerklich seriös arbeitende Wirte, deren Personalkostenquote schon heute nicht selten bei 40 plus Prozent liegt, ist das natürlich eine mehr als unerfreuliche Nachricht.
Das Schlimmste an dieser Hiobsbotschaft ist allerdings, dass sie auch noch das Best-Case-Szenario für die armen Wirte ist, weil es weiterhin keine Entwarnung in Sachen Rentenbeiträge gibt. Laut Bundeskanzler Merz soll diese Frage nämlich erst im Herbst entschieden werden.
Damit entlässt die Regierung sämtliche Wirte mit minimaler Planungssicherheit und maximalen Sorgen in die Sommerpause des Bundestages, weil exakt an dieser Frage die Zukunft der sogenannten Minijobs hängt.
Während die finanziell komplett sorgenfreien Abgeordneten in ihrem Urlaub entspannt die Seele in der Sonne baumeln lassen können, müssen Wirte also weiterhin hart arbeiten, Steuern zahlen, Sozialabgaben abführen, absurde Bürokratie bewältigen und voller Angst darauf warten, ob die Politiker nach ihrer zweimonatigen Sommerpause nicht doch eines der letzten funktionierenden Flexibilitätsinstrumente in der Gastronomie endgültig zerstören.
Das Absurde daran ist, dass selbst dann, wenn die Politik sich letztendlich dafür entscheidet, eines der letzten Flexibilitätsinstrumente in der Gastronomie doch nicht komplett zu vernichten, sich viele Wirte sogar darüber freuen würden, „nur“ einen für sie um 150 Prozent teureren Pauschalsteuersatz zahlen zu müssen.
In der Psychologie nennt man das übrigens den Kontrast-Effekt. Er beschreibt das absurde Phänomen, dass eine schlechte Nachricht plötzlich fast gut wirkt, wenn vorher eine noch viel schlimmere Drohung im Raum stand.
