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Verkehr


Posted On 27.06.2026

Die absurde Frankfurter Hostile-Traffic-Politik der letzten Jahre sorgt bis heute regelmäßig für fassungsloses Kopfschütteln. Kein Wunder, immerhin schadet sie massiv dem Messe- und Wirtschaftsstandort Frankfurt, diskriminiert ältere und behinderte Menschen, blockiert Rettungsfahrzeuge und trägt einen geradezu unerträglichen Hass in die Stadt.

Absurderweise ist die angeblich fahrradfahrerfreundliche Verkehrspolitik darüber hinaus nicht einmal fahrradfahrerfreundlich, sondern lediglich autofahrerfeindlich. Allerdings ging es den rein ideologisch motivierten Initiatoren der Hostile-Traffic-Politik ohnehin nie darum, Mobilität klüger, sicherer oder effizienter zu organisieren, sondern lediglich darum, dringend benötigten Parkraum perfide zu verengen, Parkplätze vollständig zu vernichten und Autofahrer mit maximal schikanös platzierten Pollern, absurden Diagonalsperren und ideologisch motivierten Verkehrsbarrieren nicht nur nervlich in den Wahnsinn zu treiben, sondern sie auch physisch auf zeitraubende und damit natürlich maximal klimaschädliche Umwege zu zwingen.

Das Ergebnis war keine smarte und umweltfreundliche Verkehrspolitik, sondern eine maximal dysfunktionale Mischung aus Symbolpolitik, paternalistischer Bürgererziehung, administrativer Schikane und ideologischem Dominanzgehabe.

Dementsprechend riesig war nach der Wahl die unbändige Freude unter Wirten, Einzelhändlern und Menschen ohne ideologische Scheuklappen, als bekannt wurde, dass die Grünen das Mobilitätsdezernat an die CDU verloren haben.

Nun haben wir uns den Koalitionsvertrag aber etwas genauer unter das gestrenge Mookular genommen und haben, um es vorsichtig zu formulieren, sehr gemischte Gefühle.

Zum einen steht dort, dass auf Staustraßen mit roten Radwegen die Radwege auf ihre Sinnhaftigkeit überprüft werden sollen und die Prüfung gegebenenfalls sogar zur Entfernung eines unsinnigen Fahrradwegs führen kann. Wenn die neue rot-schwarz-grün-violette Koalition sich tatsächlich an ihren eigenen Koalitionsvertrag hält, dürften die chronisch verwaisten Radwege auf der Hochstraße, der Berliner Straße und am Mainkai also glücklicherweise bald Geschichte sein.

Auf der anderen Seite steht im Koalitionsvertrag allerdings nicht nur in verklausuliertem Beamtendeutsch, dass man den Radverkehr durch die perspektivische Reduzierung des motorisierten Individualverkehrs attraktiver machen will, sondern auch, dass man bereits begonnene Planungen zu Superblocks fortführen und umsetzen möchte. Nun wissen wir ja spätestens seit dem legendären Desaster in Hamburg, welche katastrophalen Folgen ein Superblock für ein ehemals florierendes innerstädtisches Barrio haben kann.

Leider steht im Koalitionsvertrag auch überhaupt nichts darüber, ob der minimal durchdachte und maximal geschäftsschädigende Umbau der Bockenheimer Landstraße trotz der massiven Proteste der betroffenen Opfer weiterhin wie geplant umgesetzt werden soll oder nicht. In unseren Augen leider ein extrem schlechtes Zeichen.

Wir haben angesichts des neuen Koalitionsvertrags entsprechend starke Mixed Emotions. Einerseits besteht erstmals seit Jahren die zumindest theoretische Chance, dass einige der absurdesten Auswüchse der Frankfurter Hostile-Traffic-Politik endlich wieder zurückgenommen werden. Andererseits stehen im Koalitionsvertrag immer noch genügend Formulierungen, die nach ideologischer Schikane, paternalistischer Verkehrserziehung und der schleichenden Verdrängung kaufkräftiger Autofahrerkunden aus dem Speckgürtel riechen.

Wir werden die Sache deshalb sehr genau im Auge behalten und auch weiterhin seriös und faktenbasiert darüber berichten. Immerhin wissen wir aus unzähligen Gesprächen, wie sehr Euch dieses Thema emotionalisiert.


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