In unserem letzten Newsletter haben wir uns noch große Sorgen gemacht, dass CDU-Bundesgesundheitsministerin Nina Warken ihre Drohung wahrmacht und Minijobs durch eine massive Erhöhung der Arbeitgeberabgaben für Wirte noch einmal absurd verteuert.
Schon das klang wie ein besonders perfider Sabotageakt gegen die ohnehin schon strauchelnde Gastronomie. Schließlich sind Minijobs in der maximal volatilen Welt eines Restaurants kein nettes Nice-to-have, sondern ein überlebenswichtiges Instrument, um Stoßzeiten, Wetterumschwünge, Terrassentage, Krankheitsausfälle, Messegeschäft und die grundsätzliche Unberechenbarkeit gastronomischer Nachfrage überhaupt noch halbwegs seriös abbilden zu können.
Allerdings war unsere große Sorge offenbar noch viel zu naiv. Denn die von der rot dominierten Marienkäferkoalition eingesetzte Rentenkommission aus komplett branchenfremden Zivilisten schlägt jetzt allen Ernstes vor, Minijobs künftig praktisch ganz abzuschaffen.
Die Gastronomie beschäftigt bis zu 1,1 Millionen geringfügig Beschäftigte und ist damit mit Abstand der größte Minijob-Sektor überhaupt. Zudem ist kaum eine andere Branche in vergleichbarer Weise zwingend auf flexible Beschäftigungsmodelle angewiesen. Deshalb ist der Vorschlag, Minijobs künftig praktisch ganz abzuschaffen, ein gezielter Anschlag auf die ohnehin schon weidwund geschossene Gastronomie.
Würde die komplett praxisuntaugliche Idee tatsächlich umgesetzt, wäre das leider nicht nur ein weiterer unfairer Suckerpunch der Regierung, sondern, viel schlimmer, ein politischer Daisy-Cutter, der einen Großteil der handwerklich seriös arbeitenden Individualgastronomie einfach gnadenlos dahinmähen würde.
Die Folgen dieses sozialpolitisch proaktiv herbeigeführten Insolvenz-Tsunamis wären Massenentlassungen, noch dramatisch schneller sterbende Innenstädte und eine kulinarische Verödung, von der sich das Land über Generationen nicht mehr erholen würde.
Wer Minijobs in der Gastronomie faktisch abschafft, schafft in der Wirtschaft keine besseren Arbeitsplätze, sondern schafft im Gegenteil massenhaft Wirtschaften ab, in denen wertvolle und sinnstiftende Arbeitsplätze überhaupt erst geschaffen werden.
Das ist keine vernünftige Sozialpolitik, sondern maximal toxische Degastronomisierung auf Steroiden.
