Handwerklich seriös arbeitende Wirte werden von der Politik nicht nur unter einen paternalistischen Generalverdacht gestellt, absurd überbürokratisiert, instrumentalisiert, stigmatisiert und durch Steuern, Abgaben, Gebühren und Strafen finanziell drangsaliert, sondern regelmäßig auch noch verbal verhöhnt.
Besonders unappetitlich wird es, wenn Politiker, staatlich alimentierte Wirtschaftsweise und NGO-Lobbyisten im Kontext der neu entfachten Diskussion über die Mehrwertsteuer auf Speisen in der Gastronomie allen Ernstes wieder von einer „Subvention“ oder einem „Steuergeschenk“ sprechen.
Wie vollkommen absurd diese Framingbegriffe sind, zeigt bereits ein einfaches Gedankenexperiment.
Wenn ein Räuber seinem Opfer mit vorgehaltener Waffe das Portemonnaie mit 1.000 Euro abnimmt, anschließend in die Brieftasche greift und ihm höhnisch lächelnd zehn Euro zurückgibt, damit es mit der S-Bahn nach Hause fahren kann, handelt es sich dann um ein Geschenk oder eine großzügige Mobilitätssubvention? Nein, natürlich nicht!
Da der Staat seinen Wirten ebenfalls nichts schenkt oder subventioniert, sondern ihnen lediglich etwas weniger Mehrwertsteuer abknöpft, ist eine im europäischen Kontext faire Besteuerung der Speisegastronomie natürlich auch keine staatliche Subvention, sondern lediglich eine im europäischen Kontext faire Besteuerung der Speisegastronomie.
Noch absurder wird es, wenn man jetzt noch bedenkt, dass der Staat einen gewaltigen Teil seiner vermeintlichen Großzügigkeit auch noch über die toxische Verquickung von Mehrwertsteuersenkung und Mindestlohnerhöhung direkt wieder einkassiert. In diesem Kontext haben wir sogar schon einmal heuristisch plausibel extrapoliert, dass der Staat durch diese Verquickung unterm Strich sogar mehr kassiert als vor dem „Geschenk“ der Mehrwertsteuersenkung.
Da nun klar ist, dass eine faire Besteuerung der handwerklich seriösen Speisegastronomie genauso wenig ein Steuergeschenk ist wie die als Sondervermögen getarnten Sonderschulden ein Vermögen sind, ist ebenso klar, dass jeder, der im Kontext der Mehrwertsteuersenkung weiterhin von einer Subvention oder einem Steuergeschenk spricht, die hart gebeutelten deutschen Wirte ganz bewusst verhöhnen möchte.
Stolze Wirte wollen nämlich keine Geschenke, Almosen oder Subventionen, und schon gar nicht, wenn die angeblichen Wohltaten in Wahrheit überhaupt keine sind. Stolze Wirte wollen ihren redlichen Beitrag zum Gemeinwesen leisten, ihre Mitarbeiter pünktlich bezahlen, ihre Lieferanten fair entlohnen, Innenstädte beleben und ihren Gästen eine wundervolle Zeit bereiten.
Sie erwarten dafür auch keine Sonderbehandlung, sondern lediglich etwas Respekt, Planungssicherheit und faire fiskalische Rahmenbedingungen, die ihnen für ihr unternehmerisches Risiko und ihre weit überdurchschnittliche Arbeitsleistung zumindest noch ein einigermaßen einträgliches Einkommen ermöglichen.
Zum Schluss sollte man noch einmal kurz daran erinnern, dass die Mindestlohnerhöhung den Mindestlohnempfängern nicht einmal eine signifikante Kaufkraftsteigerung bringt, weil sich der Staat einen Löwenanteil der Lohnerhöhung über Steuern und Abgaben sofort wieder zurückholt und der verbleibende finanzielle Zugewinn durch die zwangsläufig massiv steigenden Lebenshaltungskosten aufgefressen wird.
Neu angemeldete Newsletter-Abonnenten, die jetzt noch wissen wollen, wie wir extrapoliert haben, dass der Staat durch die toxische Verquickung unterm Strich sogar mehr kassiert als vor der Mehrwertsteuersenkung, sollten nach der vollständigen Lektüre dieser Depesche auch noch den folgenden Artikel lesen.
