Spätestens seit Clemens Wilmenrod, der legendäre erste deutsche Fernsehkoch, in seiner TV-Show „Bitte, in zehn Minuten zu Tisch“ eine Scheibe Toast mit Schinken, Ananas und Käse belegt hat, ist es eigentlich kulinarischer Konsens, dass die Kombination aus süßer Ananas und herzhaftem Käse ein geradezu perfektes Match ist.
Allerdings gibt es trotzdem erstaunlich viele Menschen, die es für eine regelrechte kulinarische Blasphemie halten, eine Pizza mit Ananas zu belegen.
Zu den besonders militanten Ananas-auf-Pizza-Hassern gehört Francis Woolf, der Mitinhaber der Pizzeria Lupa im englischen Norwich. Der Mann verabscheut Ananas auf Pizza dermaßen leidenschaftlich, dass er sich zu einer ebenso kuriosen wie genialen Marketingaktion entschlossen hat.
Woolf war von den ständigen Kundenwünschen nach einer Pizza mit Ananas irgendwann dermaßen genervt, dass er trotz seiner Abneigung gegen Pizza Hawaii eine Pizza Hawaii auf die Speisekarte seines Restaurants setzte. Allerdings nicht für die üblichen 12, 16 oder 18 Pfund, sondern für ambitionierte 100 britische Pfund, also umgerechnet rund 120 Euro.
Noch bemerkenswerter als der geradezu prohibitorische Preis ist allerdings die dazugehörige Produktbeschreibung. Dort heißt es sinngemäß: „Ja, für 100 Pfund könnt Ihr sie haben. Bestellt Euch am besten gleich noch Champagner dazu! Nur zu, Ihr Monster!“
Die Idee von Francis Woolf, seine Abneigung gegen Ananas auf Pizza derart demonstrativ zur Schau zu stellen, entpuppte sich schnell als geradezu genialer Guerilla-Marketing-Coup. Warum? Weil nicht nur internationale Nachrichtenagenturen, große britische Tageszeitungen und zahllose Onlineportale darüber berichteten, sondern jetzt sogar wir uns dazu veranlasst sehen, der kuriosen Ananas-Aversion des britischen Gastronomen einen eigenen Artikel zu widmen. Besser kann kostenlose Werbung kaum funktionieren.
Was sagt Ihr eigentlich zu der Sache? Ist die Idee, eine Pizza mit Dosenananas zu belegen, ein unterschätzter Geniestreich oder ein kulinarisches No-Go?
